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Spielzeit: 80 min.
Land: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2019

Der Dokumentarfilm DARK EDEN von Jasmin Herold und Michael Beamish erzählt von der kanadischen Stadt Fort McMurray, die durch eines der größten Ölgewinnungsprojekte der Welt bekannt wurde.

Der Ort Fort McMurray liegt im Norden Kanadas. 100.000 Menschen wohnen dort. Viele von ihnen arbeiten auf den Ölsandfeldern, die sich vor den Toren der Stadt befinden und Teil eines der größten Industrieprojekte der Welt sind. Aus der ganzen Welt zieht es Menschen hierher, denn mit dem Öl lässt sich gutes Geld machen. Geld, das auf Kosten der Umwelt verdient wird. Und auf Kosten der Gesundheit, wie die Filmemacherin Jasmin Herold schon bald feststellen muss. Denn ihr Lebensgefährte Michael, den sie während der Dreharbeiten für ihren Dokumentarfilm über Fort McMurray kennenlernt, erkrankt an einer besonders aggressiven Krebsform – wie auch viele andere Bewohner des Ortes. Und während ein Vertreter der Öllobby immer noch fröhlich den wirtschaftlichen Nutzen für die Region lobt und ein deutscher Gastarbeiter pragmatisch erklärt, dass er hier nur genug Geld machen möchte, um sich dann mit seiner Lebensgefährtin ein Haus in den kanadischen Wäldern zu kaufen, müssen sich Jasmin und Michael ihrem ganz eigenen Alptraum stellen. Ein Alptraum, der den gesamten Ort verbindet – und in einer Feuer-Katastrophe mündet. Der Debütfilm von Jasmin Herold und Michael Beamish beindruckt auf vielen Ebenen. Dramaturgisch geschickt verbindet DARK EDEN sein titelgebendes Thema der Ausnutzung unserer Ressourcen unter der Prämisse reinen Konsumdenkens mit einer sehr persönlichen Geschichte, die Herold und Beamish ganz offen filmisch reflektieren, und den Schicksalen der Bewohner von Fort McMurray, denen der Film sehr nahekommt, obwohl sich Herold bei den Gesprächen wohltuend im Hintergrund hält. Sie reden ganz offen und fast schon beiläufig über ihre Lebens- und Alltagssituation in der Nähe der Ölfelder, die Segen und Fluch zugleich sind. Denn Öl bedeutet Arbeit – und das ist in Zeiten so kurz nach der schlimmsten Wirtschafskrise des Landes nichts Selbstverständliches mehr. Doch der industrielle Raubbau an der Natur führt auch zu der Freilassung vieler schädlicher Gifte. Der Film wertet die Positionen und Aussagen der Menschen nicht, und doch zeigt Herold bei dem, was sie beobachtet, eine klare Haltung, die sie auch dann professionell beibehält, als ihr eigenes Leben von den Umständen betroffen ist. Das Sounddesign und die Kameraführung sind exzellent und bis zum Schluss durchzieht ein klares ästhetisches Konzept den Film, der als Debüt eine beeindruckende Reife aufweist. DARK EDEN behandelt ein wichtiges Thema, das uns global betrifft und aufgrund seiner persönlichen und einzigartigen Geschichte nicht nur erhellt, sondern auch berührt.

„Dark Eden – Der Albtraum vom Erdöl“
Umwelt-Doku über Segen und Fluch fossiler Energie

Im kanadischen Fort McMurray liegt eines der größten und letzten Ölvorkommen unseres Planeten. Wie magisch zieht das „schwarze Gold“ Menschen aus aller Welt an. Denn mit dem Ölsand lässt sich so viel Geld verdienen wie nirgend woanders. Doch der Preis ist hoch: Die aufwändige Gewinnung des Öls aus dem Teersand setzt lebensgefährliche Stoffe frei, die Natur, Tiere und Menschen vergiften. Alles andere also als ein Paradies! Ausgerechnet an diesem verlorenen Ort findet Regisseurin Jasmin Herold die große Liebe, ihren späteren Co-Regisseur Michael Beamish. Doch als Michael schwer erkrankt, sind die beiden plötzlich unmittelbar betroffen. Ihr eigener Albtraum beginnt.

„Dark Eden“ ist ein existenzielles Drama über Segen und Fluch fossiler Energie. Jasmin Herold und Michael Beamish erleben hautnah große Hoffnungen, zerplatzte Träume und eines der größten Umweltverbrechen unserer Zeit. Ihr sehr persönlicher Dokumentarfilm wurde preisgekrönt mit dem Förderpreis beim Deutschen Dokumentarfilmpreis und dem Green Horizons Award als bester Film zum Thema Nachhaltigkeit.

Spielplan

Derzeit sind keine Vorführungen geplant.

Dark Eden – Der Albtraum vom Erdöl